
Nichtwähler: Wie kann man sie motivieren?
In vielen Studien haben Meinungsinstitute versucht herauszufinden, wer die Nicht-Wähler sind und was sie antreibt. All diese Informationen werden erhoben, um herauszufinden, wie die Wahlbeteiligung gesteigert werden kann.
Es gibt keine ultimative Lösung für eine hohe Wahlbeteiligung. In Deutschland haben die Bürger das Recht zu wählen oder eben auf eine Stimmabgabe zu verzichten. Somit wird es nie eine Wahlbeteiligung von 100% geben.
Doch auch wenn die Wahlbeteiligung in Deutschland bei Bundestagswahlen relativ hoch ist, gibt es Luft nach oben. Die Politik ist in der Pflicht mehr Bürger zur Partizipation zu motivieren. Es gibt einige Lösungsansätze dafür.
Bürgernähe und Individualität ausstrahlen
Ein häufiger Grund für die Nichtwahl ist, dass die Bürger das Gefühl haben, dass es zwischen den Parteien keine Unterschiede gibt. Es erscheint dementsprechend sinnlos eine Stimme abzugeben. Somit sind Politiker gefragt, deutlich und offen ihre Positionen darzustellen und auch eine Debatte nicht zu scheuen.
Es geht darum, den Bürgern darzustellen, dass eine Wahl auch eine Veränderung mit sich bringt.
Vielfältige Parteienlandschaft darstellen
Zudem sind Medien in der Pflicht, ausführlich über die verschiedenen Positionen zu berichten und auch auszuwerten. Dabei sollten auch kleinere Parteien dargestellt werden. Die Parteienlandschaft in Deutschland ist sehr vielfältig. Bürger sollten dazu animiert werden, sich auch über kleinere Parteien zu informieren. Die potentiellen Wähler sollten nicht durch die 5%-Hürde abgeschreckt werden und das Gefühl bekommen, dass ihre Stimme wertlos sei, wenn sie diese nicht den bekannten Parteien geben. Jede Stimme zählt und auch die Grünen haben einmal klein angefangen.
Wichtigkeit von kleinen Wahlen betonen
Die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen sind, wie bereits erwähnt, recht hoch. Die Wahlen auf Landes- oder Kommunalebene leiden dagegen häufiger unter mangelnder Wahlbereitschaft. Dagegen helfen könnte, dass deutlich gemacht wird, wie wichtig diese Wahlen sind und welchen direkten Einfluss diese auf den Alltag des Einzelnen haben.
Wahlpflicht einführen oder nicht?
In einigen Ländern gibt es die Wahlpflicht: so beispielsweise in der Türkei, Bolivien oder Australien. In Australien ist die Wahlpflicht ein voller Erfolg. Wer nicht wählt, muss Strafe zahlen. Bei mehrmaliger Nichtwahl droht sogar das Gefängnis. In seinen Wahlen hat Australien bisher immer eine Wahlbeteiligung weit über 90%.
In Deutschland ist so eine Wahlpflicht eher unwahrscheinlich. Gegner der Wahlpflicht argumentieren, dass sie eine Verletzung der Persönlichkeitsrecht darstellt. Jeder solle selbst entscheiden, ob er wählt.
Daher müssen Bürger zur Wahl motiviert werden, am besten mit Informationen.